Girls’Day im Kurvenkreis:
Schweißen, Schrauben, Staunen

Der Aktionstag soll Mädchen Einblicke in Berufe ermöglichen, in denen Frauen bislang noch unterrepräsentiert sind, besonders im technischen, handwerklichen und naturwissenschaftlichen Bereich. Ziel ist es, neue Perspektiven zu eröffnen, Klischees aufzubrechen und jungen Menschen Mut zu machen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wie spannend und vielseitig diese Einblicke sein können, zeigte sich auch im Kurvenkreis. Mehrere Unternehmen öffneten ihre Türen und ermöglichten den Teilnehmerinnen echte Praxiserfahrungen.

Funkenflug statt Klischees

Bei Dax MetallForm ging es direkt mitten in die Praxis. Vier Teilnehmerinnen – Lina, Anna, Johanna und Leonie – bekamen spannende Einblicke in die vielseitige Arbeit eines Metallbauers. Vom Zuschnitt am Laser über das Umformen an der Kantbank bis hin zum Schweißen und zur Montage konnten sie verschiedene Arbeitsbereiche selbst ausprobieren. Schnell wurde klar: Zuschauen reicht hier nicht. Die Schülerinnen wollten selbst anpacken.

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Ausbilder Jonas Fuhrmann führt die Schülerinnen Schritt für Schritt ans Schweißen.


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Das Arbeiten mit dem Schweißgerät kommt gut an!



„Geschweißt habe ich noch nie, das würde ich gerne testen“, sagt Lina direkt zu Beginn.

Gesagt, getan. Nach einer kurzen Einführung durch Ausbilder Jonas Fuhrmann setzt sie den Schweißschild auf und legt los. Die erste Schweißnaht gelingt überraschend gut.

„Das macht richtig Bock!“, sagt sie danach grinsend.

Auch Anna probiert sich am Schweißgerät aus – Berührungsängste? Fehlanzeige.

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Auch präzise Handarbeit gehört zur Arbeit einer Metallbauerin.


Nach der Mittagspause wartete bereits das nächste Projekt: Die vier Teilnehmerinnen fertigten ihren eigenen Handyhalter an. Dafür wurde gelasert, geschliffen, gekantet und montiert. Am Ende durfte jede ihr eigenes Werkstück mit nach Hause nehmen.

Besonders spannend: Bei Dax MetallForm treffen klassische Handarbeit und moderne Technik direkt aufeinander. Metallbauer arbeiten hier nicht nur mit Werkzeugen und Maschinen, sondern auch digital und hochpräzise. Genau diese Mischung machte den Tag für die Mädchen besonders interessant.

Von der Werkstatt bis zum 3D-Drucker

Auch bei Huhtamaki konnten die Teilnehmerinnen Technik hautnah erleben. Zwei 12-jährige Schülerinnen bekamen dort Einblicke in den Beruf der Industriemechanikerin und wurden von Mechanikerin Alex  begleitet. Nach einem Rundgang durch das Unternehmen ging es direkt in die Werkstatt. Dort lernten die Mädchen verschiedene Bearbeitungsverfahren wie Drehen, Fräsen und Schleifen kennen und durften selbst aktiv werden. Gemeinsam fertigten sie eigene Schlüsselanhänger an und konnten die einzelnen Arbeitsschritte selbst ausprobieren. Ein besonderes Highlight war außerdem der Besuch im 3D-Druck-Bereich. Dort erlebten die Schülerinnen live mit, wie ein weiterer Schlüsselanhänger Schicht für Schicht entsteht.

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Die beiden jungen Schülerinnen durften selbst mitanpacken sowie...


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...verschiedene Maschinen und Bearbeitungsverfahren kennenlernen.



Die Begeisterung war spürbar, sowohl bei den Teilnehmerinnen als auch im Unternehmen selbst. „Die Mädchen waren super interessiert“, berichtet das Team. Und auch von den Eltern gab es positives Feedback: „Meine Tochter hat ganz viel erzählt, war total begeistert und am Ende auch ziemlich müde.“ Ein klares Zeichen dafür, wie intensiv und spannend der Tag für die Teilnehmerinnen war.

Mitten rein ins echte Baustellenleben

Auch bei Schnorpfeil stand Praxis im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen erhielten Einblicke in verschiedene handwerkliche Bereiche von der Werkstatt über die Schlosserei bis hin zum Transportbereich.

Besonders eindrucksvoll war für eine Teilnehmerin die Fahrt mit einem LKW-Fahrer im Baustellenverkehr. Dabei konnte sie hautnah erleben, wie viel Verantwortung, Konzentration und Organisation hinter dem Beruf steckt – eine Perspektive, die man im Alltag sonst kaum mitbekommt.

Begleitet von erfahrenen Mitarbeitenden durfte die Schülerin Fragen stellen, Abläufe kennenlernen und selbst mit anpacken. Ein spannender Blick hinter die Kulissen eines großen Bauunternehmens.

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Mehr als nur Medikamente verkaufen

Dass der Girls’ Day nicht nur im technischen oder handwerklichen Bereich spannend sein kann, zeigte die Kreuzberg Apotheke. Die beiden Teilnehmerinnen bekamen dort einen besonders vielseitigen Einblick in den Arbeitsalltag. Statt nur kurz durch die Räume geführt zu werden, durften sie viele verschiedene Bereiche der Apotheke kennenlernen und selbst ausprobieren.

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Am Kommissionierautomat lernen die Praktikantinnen alles über die Einlagerung und Abläufe der Apotheke.


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Mit der entsprechenden Schutzkleidung durften die Schülerinnen im Labor sogar eine eigene Handcreme herstellen.


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Auch Apothekenhund Paula sorgte zwischendurch immer wieder für gute Stimmung.


Gezeigt wurden unter anderem der moderne Kommissionierautomat, der Beratungsraum, die Rezeptbearbeitung, die Medikamentenlagerung sowie die Arbeit im Labor. Dabei erklärte das Team nicht nur die Abläufe, sondern nahm sich viel Zeit, Fragen zu beantworten und die verschiedenen Aufgaben verständlich zu zeigen.

Ein besonderes Highlight war die eigene Herstellung einer Handcreme im Labor. Hier konnten die Mädchen selbst mitarbeiten und erleben, wie viel Fachwissen und Präzision hinter solchen Produkten steckt.

Am Ende wurde deutlich: Der Beruf in der Apotheke ist deutlich vielseitiger, moderner und abwechslungsreicher, als viele zunächst vermuten.

Industrie hautnah erleben

Auch bei IKO Insulations GmbH bekamen Teilnehmerinnen spannende Einblicke in industrielle Produktionsabläufe. Vorgestellt wurde der Beruf des Operators beziehungsweise Maschinenbedieners in der Dämmstoffproduktion. Dabei ging es durch verschiedene Bereiche – von der Arbeitsvorbereitung über das Einrichten der Maschinen bis hin zur Herstellung, dem Zuschnitt sowie der Verpackung und Qualitätskontrolle der Dämmstoffe.

Die Praktikantin zeigte den ganzen Tag großes Interesse, stellte viele Fragen und war mit viel Neugier dabei. Besonders spannend war dabei zu sehen, wie moderne Produktion, Technik und Qualitätsstandards im Alltag zusammenspielen.

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Ein Tag, der vielleicht mehr verändert als gedacht

Was alle Unternehmen an diesem Tag gemeinsam hatten: Die Schülerinnen durften nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden. Sie schweißten, montierten, arbeiteten an Maschinen, begleiteten Arbeitsabläufe oder stellten eigene Produkte her. Genau diese direkten Erfahrungen machen den Girls’ Day für viele so wertvoll. Denn oft verändert sich der Blick auf einen Beruf erst dann, wenn man ihn wirklich erlebt. Ein großer Dank gilt deshalb unseren engagierten Kurvenkreis-Partnern, die den Teilnehmerinnen mit viel Engagement echte Einblicke ermöglicht haben.

Vielleicht war dieser Tag für manche Teilnehmerinnen einfach eine spannende neue Erfahrung – für andere vielleicht sogar der erste Schritt in Richtung eines Berufs, den sie vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. Wer neugierig geworden ist: Auf den Unternehmensprofilen findet ihr weitere Einblicke in die Betriebe sowie aktuelle Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten: