Vom baufälligen Kuhstall zum schicken Ferienhaus

Neuer Nutzen statt Abriss

Wir sind unterwegs in Altlay und treffen uns in der Hauptstraße mit Karen und Michael Zimmer. Die beiden Hunsrücker haben hier dank der Unterstützung durch das Förderprogramm der Privaten Dorferneuerung eine alte, baufällige Scheune in ein kleines Ferienhäusschen mit echtem Fachwerkcharme verwandelt. 

Ursprünglich wurde die Scheune für den landwirtschaftlichen Familienbetrieb genutzt, sie diente in früheren Zeiten als Kuhstall und Heulager. Nachdem die Landwirtschaft aufgegeben wurde, stand die Scheune zunächst für zwei Jahrzehnte leer.

Zuletzt nutzte Michael Zimmer die Scheune für die Imkerei und brachte hier seine Geräte und Bienenvölker unter. Das brachte der ehemaligen Scheune auch ihren heutigen Namen: die "Honigscheune".

Bereits vor der Coronazeit überlegten Karen und Michael intensiv, was sie mit der extrem baufälligen Scheune langfristig anfangen sollen. "Wir haben lange überlegt, was wir daraus machen. Sollen wir die Scheune vielleicht sogar abreißen und stattdessen eine Garage bauen? Letztendlich wollten wir die Scheune aber unbedingt erhalten", berichtet Michael uns im Interview. Und so machten sich die beiden Gedanken über eine zukünftige, sinnvolle Nutzung.

Karen und Michael Zimmer vor der Eingangstür der Honigscheune
  Karen und Michael Zimmer vor der Eingangstür ihrer Honigscheune.

Schaut man sich Bilder der Scheune aus früheren Tagen an, braucht es schon eine Menge Vorstellungsvermögen, um hier nicht gleich an einen Abriss, sondern an eine Nutzung als Wohnraum zu denken. Besonders der Innenraum glich einer Bretterbude, es gab keine Decken und, wo man nur hinblickte, ein reines Wirrwarr aus Holzbalken in schlechtem Zustand.

Außenansicht der Honigscheune vor der Sanierung
© Familie Zimmer
Vorher: Die alte Scheune mit angrenzendem Schuppen...
Der baufällige Innenraum der Scheune vor der Sanierung
© Familie Zimmer
... und der Innenraum im Urzustand.

Karen und Michael setzten sich mit einem Architekten zusammen, der auf die Restaurierung und Sanierung alter Gebäude spezialisiert ist. Gemeinsam entwickelten sie die Idee, die Scheune umfangreich zu sanieren und in ein Ferienhaus umzuwandeln. Die Arbeiten begannen letztendlich im Oktober 2024.

Zunächst musste der Schuppen, der unterhalb der Scheune angebaut war, weichen. Hier entstand eine Garage, in der heute u.a. auch die Imkerei ihren neuen Platz gefunden hat. Anschließend ging es mit der darüberliegenden Hauptscheune weiter. "Wir hatten den Umfang der Arbeiten tatsächlich unterschätzt", erzählt Michael, der viele Arbeiten in Eigenleistung umgesetzt hat. Und so folgten nach Projektbeginn "zwei schwere und herausfordernde Jahre", ergänzt Karen. Etliche Samstage und Feierabende wurden für das Umbauprojekt geopfert. Und so wurde praktisch alles erneuert - von der ursprünglichen Scheune erkennt man heute nur noch die Außenwände in Fachwerkbauweise. Abgeschlossen haben Karen und Michael die Arbeiten im Frühjahr 2026.

Die Honigscheune vorher im Vergleich
© Familie Zimmer
Direkter Vergleich: Die Scheune zu Beginn der Umbauphase...
Die Honigscheune nachher im Vergleich
... und die heutige Außenansicht.

Ein echtes Schmuckstück mit traumhaftem Hunsrückblick

Die Mühe hat sich gelohnt. Betritt man den Innenraum des heutigen Ferienhauses, ist von Bretterbude und Baufälligkeit keine Spur. Im Gegenteil: Wir stehen in einem wunderschönen, modern gestalteten Wohnbereich, der heute auf zwei Etagen Platz für bis zu 6 Personen bietet. 

"Der Ausblick ist das eigentliche Highlight", sagt uns Karen gleich beim Betreten. Wir überzeugen uns selbst und stellen fest: Egal, ob von der Terrasse oder aus einem der Schlafzimmer - man blickt vom Ferienhaus direkt über das Altlayer Bachtal in die wunderschöne, waldreiche Landschaft des Hunsrücks.

Feriengäste erkunden von hier aus die Region, wandern zum Beispiel durch den Hunsrück oder besuchen Weinorte an der Mosel. Doch nicht alle sind auf großer Entdeckertour, wie uns Michael erzählt: "Vor kurzem war eine Gruppe von Freunden hier, die inzwischen alle weggezogen sind und sich einfach nochmal für ein Wochenende an einem Ort treffen wollten. Die haben das Haus nicht wirklich verlassen."

Der Ausblick über den Hunsrück
   Der Ausblick von der Terrasse der Honigscheune.

"Wir sind grundsätzlich erstaunt darüber, wie viele junge Menschen unsere Honigscheune bislang besucht haben", stellt Michael fest. Auch Familien, die eine gemeinsame Unterkunft für alle gesucht haben, zählten schon zu ihren Gästen.

Unterstützung durch die Private Dorferneuerung

Das Förderprogramm der Privaten Dorferneuerung unterstützt genau solche Sanierungsprojekte wie das von Karen und Michael: alte, ortsbildprägende Gebäude, die nicht einfach abgerissen oder leerstehen gelassen, sondern saniert und auf Vordermann gebracht werden und damit langfristig und nachhaltig erhalten bleiben.

Familie Zimmer kannte das Förderprogramm bereits aus dem Umbau ihres eigenen Wohnhauses. Insgesamt erhielten sie nun für die Sanierung ihrer Honigscheune eine Fördersumme i.H.v. 17.500 EUR. 

"Schlussendlich war die Private Dorferneuerung einer der ausschlaggebenden Faktoren dafür, dass wir das Projekt überhaupt umgesetzt haben", blickt Michael zurück. "Wir haben zu Beginn schon lange mit uns gerungen. Heute bin ich einfach froh darüber, dass wir dieses Gebäude erhalten konnten."

Beide ziehen mit Blick auf die Förderungsabwicklung eine positive Bilanz, wie sie uns mitteilen: "Die Antragstellung war unkompliziert und im Vergleich zu anderen Förderprogrammen relativ einfach in der Abwicklung." Michael hat die Förderung bereits einem Mitbürger aus Altlay empfohlen, der ebenfalls eine alte Scheune besitzt.

"Wir hätten einige Dinge ohne die Unterstützung der Privaten Dorferneuerung mit Sicherheit nicht umsetzen können", so das Fazit der beiden.

Außenansicht von der Terasse auf das Haus
  Blick von der Terrasse auf das Ferienhaus.

Und so ist das Förderprogramm der Privaten Dorferneuerung ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht, den Charme unserer Ortsgemeinden im Kurvenkreis zu erhalten. "Altlay ist einfach unsere Heimat", sagt Karen zum Abschluss unseres Interviews. Sie selbst stammt ursprünglich aus Sohren, während Michael - mit kurzer Unterbrechung - bereits sein Leben lang in Altlay wohnt. Beide sind engagiert in ihrer (Wahl-)Heimat, Michael sitzt bspw. im Gemeinderat. 

Natürlich habe auch Altlay mit dem demografischen Wandel zu kämpfen und das Vereinsleben hat in den vergangenen Jahren etwas nachgelassen. "Wir leben aber gerne in Altlay und beobachten gerade, dass auch wieder mehr jüngere Menschen sich für einen Verbleib in Altlay entscheiden und aktiv im Ort engagieren", so Michael. Die Ortsgemeinde profitiert dabei traditionell auch vom nahegelegenen Flughafen Hahn. Viele, die am Flughafen arbeiten, wohnen in Altlay.

Der Wohn-Essbereich der heutigen Honigscheune
 Der offene Wohnbereich...
Die Küche im Ferienhaus Honigscheune in Altlay
... und die moderne Küche des Ferienhauses.

Wir finden: Die Honigscheune von Karen und Michael ist ein weiteres, echtes Best-Practice-Beispiel, das zeigt, was mit der Unterstützung der Privaten Dorferneuerung alles möglich ist. Entscheidende Faktoren sind dabei motivierte Bauherren mit Vorstellungsvermögen und Macher-Mentalität, aber auch eine Förderung, die unbürokratisch, transparent und vor allem unkompliziert in der Abwicklung ist.

Ihr habt Fragen zum Förderprogramm der Dorferneuerung? Informiert euch auf dieser Seite oder meldet euch bei eurer Ansprechpartnerin bei den Kreiswerken Cochem-Zell: